Fotos aus Dassendorf: Am Martenshof
***NEU*** Folge 1
18.05.2026
Aus Wendelweg wurde „Am Martenshof“
Dassendorf - Der Feldweg zwischen Bundesstraße 207 und Südweg heißt „Am Martenshof“ und mündet in den Wendelweg zwischen Kita und Sportplatz. Ein bisschen stolz ist Peter Martens schon, dass ein Weg in seinem Heimatort nach seiner Familie benannt wurde im Jahr 2017.
Peter Martens wurde im Kriegsjahr 1942 im „Ebersoll“ geboren, direkt gegenüber von seinem heutigen Wohnhaus an der Bundesstraße 207, und ist Dassendorf immer treu geblieben. Ab 2008 war er als bürgerliches Mitglied und seit dem Jahr 2013 bis 2018 als Gemeindevertreter für die CDU kommunalpolitisch aktiv und gestaltete die Entwicklung Dassendorfs mit.
Aber er hat zusammen mit seiner Frau auch viel von der Welt gesehen auf Reisen nach Amerika, Afrika oder in Europa. „Seit ich 1998 in Alaska am Yukon Gold gewaschen habe, suche ich jemanden, der mich noch einmal dorthin begleitet und mit mir dort nach Gold sucht“, erzählt Peter Martens mit strahlenden Augen. Als nächstes steht der Panama-Kanal auf dem Reiseplan des unternehmungslustigen Paares.
Aber auch die Geschichte seines Bauernhofs, den sein Großvater August Martens, Architekt und Bauunternehmer seit dem Jahr 1924 erbaut hat, liegt Peter Martens am Herzen. Mehrere Originaldokumente verwahrt er aus der Bauzeit der einzelnen Gebäude wie Stallungen für Kühe, Schweine, Schafe oder Hühner und erzählt gerne aus der Familiengeschichte, die auch Dassendorfer Geschichte ist.
In den Jahren 1912/ 1913 entschlossen sich einige Bürger, von Hamburg nach Dassendorf zu ziehen, um eine Siedlung zu gründen, die „Edenhall“ heißen sollte. Durch den ersten Weltkrieg und die Währungsreform in den 1920-er Jahren wurde daraus nichts. Es fehlte das Geld.
Der Bürger August Martens kaufte 1913 eine Koppel an der Bundesstraße 207 (damals noch die Berliner Chaussee), westlich davon gelegen war ein Feldweg. Als Auflage zu der Bebauung mussten die Siedler Obstplantagen anlegen und Vieh halten. Barge, der Nachbar auf der östlichen Seite, hatte damals auch Obstbäume, wo heute im Neubaugebiet die Straße „Im Kirschgarten“ liegt.
Ab dem Jahr 1924 entstanden auf dem Martenshof das Wohnhaus und Stallungen für zwei Pferde, Kühe, Schweine und Hühner. Im Oktober 1932 erhielt August Martens von den Kreisbehörden die Genehmigung, mit Milch, Butter und Käse zu handeln. Außerdem wurden Äpfel und Sauerkirschen bis 1961 an der Chaussee verkauft.
Alle Leute aus der Waldsiedlung, die zum Milch holen kamen, nahmen den unbefestigten Feldweg vom Bornweg zur Berliner Chaussee, heute Bundesstraße 207. Allgemein wurde der Feldweg, der jetzt Wendelweg heißt, im Volksmund „Martensweg“ genannt.
Peter Martens erzählt: „Außerdem fuhr mein Opa August Martens mit einem Pferdefuhrwerk die Meiereiprodukte sogar bis nach Aumühle. Im Oktober 1954 wurde das Geschäft aus Altersgründen aufgegeben. Das Grundstück ist noch immer im Familienbesitz, Obstbäume gibt es kaum noch.“
Augusts Enkel Peter Martens lässt als einziger Dassendorfer Galloway-Rinder auf dem Grundstück weiden.“
Ein Drittel des Martens-Grundstücks wurde im Zuge des Neubaugebiets im Bebauungsplan 27 „Am Holunderbusch/ Im Kirschgarten“ an den Erschließer verkauft. Die ursprünglichen Gebäude für Tier und Menschen wurden im Laufe der Jahre den heutigen Bedürfnissen entsprechend umgebaut. Für die Landwirtschaft stehen Trecker bereit, mit denen Peter Martens seine Grundstücksflächen bearbeiten kann.
Susanne Nowacki für die Gemeinde Dassendorf
now martenshof südlicher teil
Der südliche Teil des Wendelwegs von der Bundesstraße von der Bundesstraße bis zum Südweg heißt jetzt „Am Martenshof“ und erinnert damit an ein Stück Dassendorfer Geschichte.
Foto: Susanne Nowacki
now peter martens originalpläne
Peter Martens verwahrt Originalpläne aus der Bauzeit des Martenshof, die er dem Gemeindearchiv übergeben möchte.
Foto: Susanne Nowacki
now peter martens feldweg
Auf einem Foto aus den 1950-er Jahren vom Martenshof ist oben links der Feldweg gut zu erkennen, der künftig „Am Martenshof“ heißt.
Foto: Susanne Nowacki